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Demenz: Erste Anzeichen und die ersten Schritte

Vergesslichkeit allein ist noch keine Demenz. Welche Anzeichen Sie ernst nehmen sollten, warum eine ärztliche Abklärung wichtig ist und was Familien zuerst regeln.

ca. 5 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert:

Die Mutter erzählt dieselbe Geschichte dreimal. Der Vater findet den Weg vom Bäcker nicht mehr. Oder die Schlüssel liegen im Kühlschrank. Viele Familien fragen sich dann: Ist das noch normal? Dieser Text hilft Ihnen, die Anzeichen einzuordnen und die ersten Schritte zu gehen. Er ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Normal oder auffällig?

Jeder vergisst einmal einen Namen oder einen Termin. Das gehört zum Älterwerden. Eine Demenz (Erklärung im Lexikon) zeigt sich anders: Die Schwierigkeiten werden mehr, sie betreffen den Alltag, und die Person selbst bemerkt sie oft weniger als die Umgebung.

Anzeichen, die Sie beobachten können

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Treffen mehrere Punkte zu und werden sie über Monate mehr? Dann ist es Zeit für eine ärztliche Abklärung. Nicht, um ein Urteil zu bekommen, sondern um Klarheit zu haben.

Warum zum Arzt, wenn es doch keine Heilung gibt?

Das ist die Frage, die viele Familien zögern lässt. Es gibt drei gute Gründe:

  • Nicht jede Vergesslichkeit ist eine Demenz. Schilddrüsenprobleme, Vitaminmangel, Depressionen, Flüssigkeitsmangel oder Nebenwirkungen von Medikamenten können ähnlich aussehen und sind oft behandelbar.
  • Eine frühe Diagnose gibt Zeit. Zeit, um Vollmachten zu regeln, Wünsche zu besprechen und Hilfe zu organisieren, solange die Person selbst mitentscheiden kann.
  • Behandlung und Unterstützung wirken früh am besten. Welche Möglichkeiten es gibt, bespricht der Arzt mit Ihnen.

Die ersten Schritte

  1. Schritt 1: Beobachtungen aufschreiben

    Notieren Sie über einige Wochen, was Ihnen auffällt, mit Datum. Das hilft dem Arzt mehr als ein allgemeines „Sie ist so vergesslich“.

  2. Schritt 2: Zum Hausarzt gehen

    Der Hausarzt ist die erste Anlaufstelle. Er macht erste Tests, prüft Blutwerte und Medikamente und überweist bei Bedarf weiter. Begleiten Sie Ihren Angehörigen, wenn er das möchte.

  3. Schritt 3: Gedächtnissprechstunde oder Facharzt

    Für eine genaue Abklärung gibt es Gedächtnissprechstunden an Kliniken sowie Fachärzte für Neurologie oder Psychiatrie. Die Untersuchung dauert meist mehrere Termine.

  4. Schritt 4: Beratung suchen

    Die Alzheimer-Gesellschaften, Pflegestützpunkte und die Pflegeberatung der Pflegekasse beraten Familien kostenlos. Dort erfahren Sie, welche Hilfen es in Ihrer Nähe gibt.

  5. Schritt 5: Pflegegrad beantragen

    Menschen mit Demenz können oft noch gehen und essen, brauchen aber viel Begleitung. Das wird bei der Begutachtung heute berücksichtigt. Stellen Sie den Antrag früh. So geht es.

Vollmachten früh regeln

Eine Vorsorgevollmacht (Erklärung im Lexikon) und eine Patientenverfügung (Erklärung im Lexikon) kann nur unterschreiben, wer versteht, was er unterschreibt. Sprechen Sie deshalb früh darüber. Was hinter den Begriffen steckt, lesen Sie im Text Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung.

Wie Sie das Gespräch beginnen

Viele Betroffene spüren selbst, dass etwas nicht stimmt, und haben Angst davor. Vorwürfe helfen nicht. Sagen Sie, was Sie beobachten und dass Sie sich Sorgen machen. Schlagen Sie einen Arztbesuch als Gesundheitscheck vor, nicht als Demenztest. Und akzeptieren Sie, wenn es beim ersten Mal nicht klappt. Versuchen Sie es später noch einmal.

Gut zu wissen

Für Angehörige gibt es spezielle Pflegekurse (Erklärung im Lexikon) zum Umgang mit Demenz. Dort lernen Sie, wie Sie auf Unruhe, Wiederholungen oder Misstrauen reagieren können, ohne sich selbst aufzureiben. Die Pflegekasse bezahlt die Kurse.

Sie sind nicht allein

Eine Demenz betrifft die ganze Familie, oft über Jahre. Angehörigengruppen, Tagespflege und Ersatzpflege sind keine Zeichen von Schwäche, sondern Teil einer guten Versorgung. Lesen Sie dazu auch Pause für Pflegende.

Häufige Fragen

Ist Vergesslichkeit im Alter immer eine Demenz?

Nein. Gelegentliche Vergesslichkeit gehört zum Älterwerden. Auffällig wird es, wenn die Schwierigkeiten zunehmen und den Alltag beeinträchtigen. Ob eine Demenz vorliegt, kann nur ein Arzt feststellen.

Wer stellt die Diagnose?

Der Hausarzt macht erste Tests und überweist bei Bedarf an eine Gedächtnissprechstunde oder einen Facharzt für Neurologie oder Psychiatrie.

Bekommen Menschen mit Demenz einen Pflegegrad?

Oft ja. Bei der Begutachtung zählt heute, wie selbstständig jemand ist, nicht nur die körperliche Hilfe. Der Bedarf an Begleitung und Aufsicht wird berücksichtigt.

Wo bekommen Angehörige Unterstützung?

Bei den Alzheimer-Gesellschaften, Pflegestützpunkten, der Pflegeberatung der Pflegekasse und in Angehörigengruppen. Pflegekurse zum Thema Demenz bezahlt die Pflegekasse.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung

Der Pflege-Navigator gibt eine erste Orientierung. Ob und in welcher Höhe Sie eine Leistung bekommen, entscheidet Ihre Pflegekasse. Wenn Sie mit einem Bescheid nicht einverstanden sind, helfen Ihnen die Pflegekasse, ein Pflegestützpunkt oder ein Sozialverband weiter.