Zum Inhalt springen

← Alle Ratgeber-Texte

Alltag und WohnenMit ChecklisteNeu

Das Badezimmer sicher machen

Nass, glatt, eng: Im Bad passieren viele Stürze. Mit Haltegriffen, Duschhocker und gutem Licht wird es sicher. Was sofort hilft, was ein Umbau bringt und wer bezahlt.

ca. 5 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert:

Die Badewanne, in die man sich jahrzehntelang gelegt hat, wird mit 80 zur Hürde. Der nasse Boden, die hohe Wannenkante, kein Griff zum Festhalten. Kein Wunder, dass viele Stürze im Bad passieren. Die gute Nachricht: Kaum ein Raum lässt sich so leicht sicherer machen.

Das hilft sofort

Sie müssen nicht gleich umbauen. Mit kleinen Änderungen nehmen Sie dem Bad die größten Gefahren:

  • Rutschfeste Matten in Dusche und Wanne und ein rutschfester Vorleger davor.
  • Haltegriffe neben der Toilette, in der Dusche und an der Wanne. Fest verschraubt, nicht mit Saugnäpfen.
  • Duschhocker oder Badewannenbrett, damit man sitzend duschen kann.
  • Toilettensitzerhöhung, wenn das Aufstehen schwerfällt.
  • Helles Licht und ein Nachtlicht für den Weg nachts.
  • Freie Wege: keine Wäschekörbe, Hocker oder Teppichkanten im Weg.
  • Handbrause mit langem Schlauch, damit niemand sich strecken muss.
  • Thermostat am Wasserhahn, damit das Wasser nicht zu heiß wird.

Gut zu wissen

Schauen Sie sich das Bad gemeinsam an und lassen Sie die Person alles einmal vormachen: Einsteigen, Umdrehen, Aufstehen. So sehen Sie, wo es hakt.

Checkliste fürs Bad

Sicherheit im Badezimmer

0 von 10 erledigt

Ihre Häkchen bleiben auf diesem Gerät gespeichert.

Die Badtür

Viele Badtüren lassen sich von innen abschließen und öffnen nach innen. Wer dahinter stürzt, blockiert die Tür. Bauen Sie das Schloss aus oder ersetzen Sie es durch eines, das sich von außen öffnen lässt. Wenn möglich, lassen Sie die Tür nach außen aufgehen.

Wer was bezahlt

Beim Bad kommen zwei Kassen ins Spiel:

Hilfsmittel wie Duschhocker, Badewannenlift, Toilettensitzerhöhung oder ein Toilettenstuhl verordnet der Arzt. Die Krankenkasse bezahlt sie, oft gegen eine kleine Zuzahlung. Ein Pflegegrad ist dafür nicht nötig. Das Sanitätshaus passt sie an.

Umbauten wie eine bodengleiche Dusche statt der Wanne, feste Haltegriffe, ein verbreiterter Türrahmen oder ein unterfahrbares Waschbecken sind wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Dafür zahlt die Pflegekasse (Erklärung im Lexikon) ab Pflegegrad (Erklärung im Lexikon) 1 einen Zuschuss. Wie hoch er ist und wie der Antrag läuft, lesen Sie im Text Die Wohnung pflegegerecht anpassen.

So gehen Sie einen Umbau an

  1. Schritt 1: Wohnberatung nutzen

    Eine Wohnberatung (Erklärung im Lexikon) kommt kostenlos nach Hause und sagt, was im Bad sinnvoll ist. Angebote gibt es bei Kommunen, Pflegestützpunkten und Wohlfahrtsverbänden.

  2. Schritt 2: Kostenvoranschlag einholen

    Lassen Sie sich von einem Handwerksbetrieb ein Angebot machen. Betriebe mit Erfahrung im barrierefreien Umbau kennen auch die Anforderungen der Pflegekasse.

  3. Schritt 3: Zuschuss beantragen, bevor es losgeht

    Reichen Sie den Kostenvoranschlag bei der Pflegekasse ein und warten Sie auf die Zusage. Was vorher gebaut wird, wird meist nicht bezuschusst.

  4. Schritt 4: Vermieter einbeziehen

    Als Mieter brauchen Sie die Zustimmung des Vermieters. Er darf einen sinnvollen Umbau meist nicht verweigern, kann aber verlangen, dass Sie beim Auszug den alten Zustand wiederherstellen. Klären Sie das vorher schriftlich.

Wenn Duschen trotzdem schwerfällt

Manchmal reichen Griffe und Hocker nicht. Dann kann ein Pflegedienst beim Duschen helfen, auch nur einmal pro Woche. Das entlastet Angehörige und ist für viele Betroffene angenehmer, als sich von den eigenen Kindern waschen zu lassen. Wie Sie einen passenden Dienst finden, steht im Text Einen Pflegedienst auswählen.

Häufige Fragen

Zahlt die Pflegekasse eine bodengleiche Dusche?

Sie zahlt einen Zuschuss, ab Pflegegrad 1. Beantragen Sie ihn mit dem Kostenvoranschlag, bevor der Umbau beginnt. Die Höhe nennt Ihnen Ihre Pflegekasse.

Wer bezahlt den Duschhocker?

Der Duschhocker ist ein Hilfsmittel. Der Arzt verordnet ihn, die Krankenkasse zahlt. Ein Pflegegrad ist nicht nötig.

Darf ich als Mieter Haltegriffe anbringen?

Kleine Änderungen wie Haltegriffe sind in der Regel erlaubt. Für größere Umbauten brauchen Sie die Zustimmung des Vermieters. Klären Sie vorher schriftlich, was beim Auszug gilt.

Was ist das Wichtigste, wenn ich nur eine Sache ändern kann?

Haltegriffe und eine rutschfeste Matte in der Dusche. Beides kostet wenig und verhindert die häufigsten Stürze.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung

Der Pflege-Navigator gibt eine erste Orientierung. Ob und in welcher Höhe Sie eine Leistung bekommen, entscheidet Ihre Pflegekasse. Wenn Sie mit einem Bescheid nicht einverstanden sind, helfen Ihnen die Pflegekasse, ein Pflegestützpunkt oder ein Sozialverband weiter.