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Stürze vermeiden: Die häufigsten Ursachen zu Hause

Ein Sturz verändert oft alles. Die meisten passieren zu Hause und hätten sich vermeiden lassen. Die häufigsten Ursachen und was Sie dagegen tun können.

ca. 5 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert:

Ein Sturz dauert eine Sekunde. Die Folgen können Monate dauern: ein gebrochener Oberschenkel, ein Krankenhausaufenthalt, die Angst vor dem nächsten Mal. Die gute Nachricht: Die meisten Stürze haben erkennbare Ursachen. Und gegen die meisten kann man etwas tun.

Die häufigsten Ursachen

Stolperfallen in der Wohnung. Lose Teppiche, Kabel, Türschwellen, herumstehende Schuhe. Das ist die häufigste Ursache und die, die sich am leichtesten beheben lässt.

Schlechtes Licht. Vor allem nachts auf dem Weg zur Toilette. Die Augen brauchen im Alter mehr Licht, und das Umschalten zwischen hell und dunkel dauert länger.

Falsche Schuhe. Offene Pantoffeln, glatte Sohlen, Socken auf Parkett. Feste Hausschuhe mit Gummisohle und Fersenhalt sind sicherer.

Schwindel und Medikamente. Manche Medikamente machen schwindelig oder müde, vor allem Schlafmittel, Beruhigungsmittel und Mittel gegen hohen Blutdruck. Auch zu wenig Trinken führt zu Schwindel.

Nachlassende Kraft und Gleichgewicht. Wer sich wenig bewegt, verliert Muskeln. Dann wird das Aufstehen vom Stuhl zur Gefahr, und ein kleiner Stolperer lässt sich nicht mehr auffangen.

Schlechtes Sehen und Hören. Eine alte Brille, grauer Star, ein fehlendes Hörgerät: Wer die Stufe nicht sieht, fällt eher.

Eile. Das Telefon klingelt, es hat geklingelt, die Blase drückt. Viele Stürze passieren, weil jemand schnell irgendwohin wollte.

Das können Sie sofort tun

Sturzfallen beseitigen

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Wie Sie die Wohnung Raum für Raum anpassen, lesen Sie im Text Die Wohnung pflegegerecht anpassen.

Mit dem Arzt sprechen

  1. Schritt 1: Medikamente prüfen lassen

    Bringen Sie alle Medikamente zum Hausarzt, auch die frei gekauften. Fragen Sie, ob etwas schwindelig oder müde macht und ob sich die Dosis oder die Uhrzeit ändern lässt. Ändern Sie nichts auf eigene Faust.

  2. Schritt 2: Augen und Ohren untersuchen lassen

    Ein Sehtest und ein Hörtest gehören einmal im Jahr dazu. Eine neue Brille oder ein Hörgerät können das Sturzrisiko deutlich senken.

  3. Schritt 3: Nach Stürzen und Schwindel fragen

    Erzählen Sie dem Arzt von jedem Sturz und jedem Beinahe-Sturz. Dahinter können Kreislaufprobleme, Herzrhythmusstörungen oder andere Ursachen stecken, die behandelt werden können.

  4. Schritt 4: Bewegung verordnen lassen

    Fragen Sie nach Krankengymnastik oder einem Kurs zur Sturzvorbeugung. Kraft und Gleichgewicht lassen sich in jedem Alter trainieren. Viele Krankenkassen bezahlen solche Kurse.

Gut zu wissen

Es gibt auch Pflegekurse (Erklärung im Lexikon) für Angehörige, in denen Sie lernen, wie Sie beim Aufstehen und Gehen richtig helfen, ohne sich selbst zu verletzen. Die Pflegekasse bezahlt sie.

Wenn es doch passiert

Üben Sie gemeinsam, wie man nach einem Sturz wieder hochkommt: auf die Seite drehen, auf alle viere, zu einem stabilen Möbelstück robben und sich hochziehen. Wer das kennt, bleibt ruhiger.

Ein Hausnotruf (Erklärung im Lexikon) ist für Menschen, die viel allein sind, die wichtigste Absicherung. Ein Knopf am Handgelenk oder als Kette ruft Hilfe, auch wenn das Telefon nicht erreichbar ist. Die Pflegekasse kann einen Zuschuss zahlen.

Nach einem Sturz zum Arzt

Auch wenn scheinbar nichts passiert ist: Lassen Sie jeden Sturz vom Arzt anschauen. Manche Verletzungen zeigen sich erst später, und die Ursache des Sturzes sollte geklärt werden.

Die Angst vor dem Sturz

Nach einem Sturz trauen sich viele Menschen weniger zu. Sie gehen weniger, bewegen sich weniger, und genau das macht den nächsten Sturz wahrscheinlicher. Nehmen Sie diese Angst ernst, aber helfen Sie dagegen an: mit Begleitung beim Spaziergang, mit einem Rollator, mit einem Kurs. Jede Bewegung zählt.

Häufige Fragen

Wo passieren die meisten Stürze?

Zu Hause, vor allem im Bad, im Flur und nachts auf dem Weg zur Toilette. Dort lohnt es sich, zuerst für Licht, Griffe und freie Wege zu sorgen.

Können Medikamente Stürze verursachen?

Ja. Manche Medikamente machen schwindelig oder müde. Lassen Sie alle Medikamente vom Arzt prüfen, auch die frei gekauften. Ändern Sie die Einnahme nicht selbst.

Zahlt die Kasse einen Kurs zur Sturzvorbeugung?

Viele Krankenkassen bezahlen solche Kurse ganz oder teilweise. Auch Krankengymnastik kann der Arzt verordnen. Fragen Sie bei Ihrer Kasse nach.

Was bringt ein Hausnotruf?

Ein Knopf am Handgelenk oder als Kette ruft Hilfe, auch wenn das Telefon nicht erreichbar ist. Für Menschen, die viel allein sind, ist das die wichtigste Absicherung. Die Pflegekasse kann einen Zuschuss zahlen.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung

Der Pflege-Navigator gibt eine erste Orientierung. Ob und in welcher Höhe Sie eine Leistung bekommen, entscheidet Ihre Pflegekasse. Wenn Sie mit einem Bescheid nicht einverstanden sind, helfen Ihnen die Pflegekasse, ein Pflegestützpunkt oder ein Sozialverband weiter.