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Alltag und WohnenMit ChecklisteNeu

Der Hausnotruf: Beantragen und einrichten

Ein Knopf am Handgelenk, der jederzeit Hilfe ruft: Der Hausnotruf gibt Sicherheit, wenn jemand viel allein ist. Wer den Zuschuss bekommt, wie der Antrag läuft und worauf Sie beim Anbieter achten.

ca. 5 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert:

Der Vater lebt allein und ist schon einmal gestürzt. Stunden lag er auf dem Boden, bis die Nachbarin ihn fand. Für genau diese Situation gibt es den Hausnotruf (Erklärung im Lexikon): Ein Knopf, der jederzeit Hilfe ruft, auch wenn das Telefon unerreichbar ist.

So funktioniert ein Hausnotruf

Die Person trägt einen kleinen Sender am Handgelenk oder als Kette um den Hals. Er ist wasserdicht und bleibt auch beim Duschen dran. In der Wohnung steht eine Basisstation mit Lautsprecher und Mikrofon. Sie ist mit dem Telefonanschluss oder dem Mobilfunknetz verbunden.

Drückt die Person den Knopf, meldet sich die Notrufzentrale über die Basisstation. Dort sitzen rund um die Uhr Mitarbeitende, die wissen, wer anruft, welche Krankheiten vorliegen und wen sie verständigen sollen: Angehörige, Nachbarn, den Pflegedienst oder den Rettungsdienst. Antwortet die Person nicht, wird direkt Hilfe geschickt.

Viele Anbieter bieten zusätzlich eine Schlüsselhinterlegung an, damit Helfer in die Wohnung kommen. Manche haben Sturzsensoren, Rauchmelder-Anbindung oder einen mobilen Notruf für unterwegs.

Wer den Zuschuss bekommt

Der Hausnotruf zählt zu den technischen Pflegehilfsmitteln. Die Pflegekasse (Erklärung im Lexikon) zahlt einen monatlichen Zuschuss, wenn drei Dinge zutreffen:

  • Es gibt einen Pflegegrad (Erklärung im Lexikon), mindestens Pflegegrad 1.
  • Die Person lebt allein oder ist über längere Zeit am Tag allein.
  • Sie kann den Knopf im Notfall selbst bedienen.

Der Zuschuss deckt den Grundservice: Gerät, Anschluss und die Verbindung zur Notrufzentrale. Alles darüber hinaus zahlen Sie selbst. Wie hoch der Zuschuss ist, sagt Ihnen Ihre Pflegekasse. Ohne Pflegegrad können Sie den Hausnotruf selbst bezahlen.

Gut zu wissen

Auch Menschen, die mit einem Partner zusammenleben, können den Zuschuss bekommen, wenn der Partner selbst nicht helfen könnte, zum Beispiel weil er ebenfalls pflegebedürftig ist. Fragen Sie Ihre Pflegekasse.

So beantragen und richten Sie den Hausnotruf ein

  1. Schritt 1: Anbieter vergleichen

    Hausnotruf bieten Wohlfahrtsverbände und private Firmen an. Fragen Sie die Pflegekasse, mit wem sie Verträge hat. Vergleichen Sie Grundpreis, Zusatzkosten und Kündigungsfrist.

  2. Schritt 2: Antrag stellen

    Der Anbieter hat ein Antragsformular für die Pflegekasse. Sie füllen es gemeinsam aus, die pflegebedürftige Person unterschreibt. Der Anbieter reicht es ein. Ein Rezept vom Arzt ist nicht nötig.

  3. Schritt 3: Gerät installieren lassen

    Der Anbieter kommt nach Hause, schließt die Basisstation an und stellt den Sender ein. Fragen Sie, ob das Gerät ohne Festnetz funktioniert und was bei Stromausfall passiert.

  4. Schritt 4: Daten hinterlegen

    Die Zentrale braucht Kontaktpersonen in der Reihenfolge, in der sie angerufen werden sollen, dazu Hausarzt, Medikamente und Vorerkrankungen. Halten Sie diese Daten aktuell.

  5. Schritt 5: Probealarm machen

    Drücken Sie gemeinsam den Knopf und sprechen Sie mit der Zentrale. So verliert die Person die Scheu. Wiederholen Sie das alle paar Monate.

Checkliste für die Wahl des Anbieters

Das sollten Sie vor dem Vertrag klären

0 von 8 erledigt

Ihre Häkchen bleiben auf diesem Gerät gespeichert.

Der Knopf muss getragen werden

Der beste Hausnotruf nützt nichts, wenn der Sender auf dem Nachttisch liegt. Sprechen Sie darüber, warum das Tragen wichtig ist, auch nachts und im Bad. Dort passieren die meisten Stürze.

Hausnotruf ist Teil der Sturzvorsorge

Der Hausnotruf ersetzt keine Vorsorge, er fängt den Ernstfall auf. Beides zusammen gibt Sicherheit. Welche Ursachen Stürze zu Hause haben und was Sie dagegen tun können, lesen Sie im Text Stürze vermeiden.

Häufige Fragen

Bekommt man den Hausnotruf auch ohne Pflegegrad?

Ja, aber dann ohne Zuschuss. Sie schließen einen Vertrag mit einem Anbieter und zahlen selbst. Mit Pflegegrad 1 oder höher zahlt die Pflegekasse einen monatlichen Zuschuss.

Braucht man dafür ein Rezept?

Nein. Der Hausnotruf ist ein Pflegehilfsmittel. Der Antrag geht an die Pflegekasse, meist über den Anbieter.

Was passiert, wenn der Knopf versehentlich gedrückt wird?

Die Zentrale meldet sich und fragt nach. Sagen Sie einfach, dass alles in Ordnung ist. Ein Fehlalarm kostet nichts und ist nicht schlimm.

Funktioniert der Hausnotruf auch ohne Festnetz?

Die meisten Geräte haben heute eine Mobilfunkkarte und brauchen kein Festnetz. Fragen Sie den Anbieter, bevor Sie den Vertrag unterschreiben.

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung

Der Pflege-Navigator gibt eine erste Orientierung. Ob und in welcher Höhe Sie eine Leistung bekommen, entscheidet Ihre Pflegekasse. Wenn Sie mit einem Bescheid nicht einverstanden sind, helfen Ihnen die Pflegekasse, ein Pflegestützpunkt oder ein Sozialverband weiter.