Die fünf Pflegegrade: Was sie bedeuten
Pflegegrad · Stand: 6. Oktober 2026
Der Pflegegrad ist die wichtigste Zahl in der Pflege. Er entscheidet, welche Hilfe die Pflegekasse bezahlt. Hier erklären wir, was dahintersteckt.
Worum es beim Pflegegrad geht
Früher zählte, wie viele Minuten Hilfe jemand am Tag braucht. Heute zählt etwas anderes: Wie selbstständig ist die Person noch? Kann sie sich allein waschen, anziehen, essen? Findet sie sich in der Wohnung zurecht? Kann sie ihren Tag selbst gestalten?
Das ist gut für Menschen mit Demenz. Sie können oft noch gehen und essen, brauchen aber trotzdem viel Begleitung. Das wird heute berücksichtigt.
Die sechs Bereiche der Begutachtung
Die Gutachterin oder der Gutachter schaut sich sechs Bereiche an. Nicht jeder zählt gleich viel:
| Bereich | Gewicht | | ------------------------------------------------------------------------------ | ------- | | Beweglichkeit | 10 % | | Verstehen und Sprechen oder Verhalten und Stimmung (der höhere Wert zählt) | 15 % | | Sich selbst versorgen (Waschen, Anziehen, Essen, Toilette) | 40 % | | Umgang mit Krankheit und Behandlung (Medikamente, Arztbesuche) | 20 % | | Alltag und Kontakte | 15 % |
Sie sehen: Sich selbst versorgen zählt am meisten. Wer dabei viel Hilfe braucht, bekommt eher einen höheren Pflegegrad.
Die fünf Pflegegrade
- Pflegegrad 1: Die Selbstständigkeit ist etwas eingeschränkt. Es gibt noch kein Pflegegeld, aber den Entlastungsbetrag, Pflegehilfsmittel und Zuschüsse für den Umbau der Wohnung.
- Pflegegrad 2: Die Selbstständigkeit ist erheblich eingeschränkt. Ab hier gibt es Pflegegeld, Pflegedienst, Tagespflege und das Budget für Ersatzpflege.
- Pflegegrad 3: Die Selbstständigkeit ist schwer eingeschränkt. Die Beträge steigen.
- Pflegegrad 4: Die Selbstständigkeit ist schwerst eingeschränkt.
- Pflegegrad 5: Die Selbstständigkeit ist schwerst eingeschränkt, und es gibt besondere Anforderungen an die Pflege. Das ist zum Beispiel bei Menschen so, die weder Arme noch Beine gebrauchen können.
Gut zu wissen: Zwischen den Pflegegraden liegen Punkte. Wer knapp unter einer Grenze liegt, sollte das Gutachten genau lesen. Manchmal lohnt sich ein Widerspruch.
Wie Sie eine erste Einschätzung bekommen
Mit unserer Pflegegrad-Einschätzung beantworten Sie Fragen zu den sechs Bereichen und sehen, welcher Pflegegrad wahrscheinlich ist. Das ersetzt keine Begutachtung, hilft aber bei der Vorbereitung.
Wenn sich etwas verschlechtert
Pflege verändert sich. Wenn Ihr Angehöriger heute mehr Hilfe braucht als vor einem Jahr, können Sie einen höheren Pflegegrad beantragen. Das nennt sich Höherstufung. Der Weg ist derselbe wie beim ersten Antrag.
